Die Platzierung von Stops mithilfe des ATR-Indikators

von Niall Delventhal, Junior Marktanalyst FXCM/DailyFX.de




Manche Trader wählen einfach eine willkürliche Zahl, um ihren Stop im Trade zu bestimmen. Einige werden sagen: "Ich platziere meinen Stop immer (beliebige Zahl einsetzen) Pips von meiner Entry entfernt.” Das mag eine einfache Methode sein, für die Platzierung von Stops, aber sie ist hinsichtlich der Bewegung in bestimmten Währungspaaren alles andere als sinnvoll.
Führen wir uns als Beispiel die Volatilität einzelner Währungspaare vor Augen. Ein 100 Pip-Stop im EUR/GBP ist nicht vergleichbar mit einem 100 Pip-Stop im GBP/NZD. Die Volatilität der beiden Paare ist grundsätzlich unterschiedlich und kann sich außerdem von Woche zu Woche ändern. Deshalb brauchen wir ein Hilfsmittel, mit dem wir die aktuelle Marktumgebung für jedes Währungspaar zuverlässig einschätzen können, um jeweils ein vernünftiges Level für Stops zu finden. Ein solches Hilfsmittel ist der ATR oder Average True Range.



Eine vereinfachte Definition der Average True Range ist, dass sie die Handelspanne innerhalb eines Zeitraumes in Pips misst, und dann eine Average Range (durchschnittliche Handelsspanne) für eine bestimmte Anzahl von Perioden ausrechnet. Zum Beispiel, bei Verwendung eines Tagescharts mit dem Standardwert von 14 , errechnet der ATR-Indikator den Tagesdurchschnitt vom Hoch bis zum Tief der letzten 14 Tage. So bekommen Sie einen aktuellen Wert für die Volatilität eines bestimmten Währungspaares.


Gehen wir näher ins Detail, anhand der unteren Charts:

Der ATR-Wert (miteinbezogene Perioden im Tagechart 14) für den EUR/GBP umfasst 56 Pips, während der ATR-Wert für den GBP/NZD ebenfalls im 14-Tages-Zeitraum fast drei Mal so hoch, bei etwa 151 Pips liegt. Es liegt daher auf der Hand, dass der Standard Pip-Stop von 100 nicht die beste Methode ist, Ihr Risiko für jeden einzelnen Trade zu bestimmen.



Erstellt mit FXCMs Marketscope
Erstellt mit FXCMs Marketscope



Viele Trader nutzen den ATR-Indikator ganz einfach, um das Risiko eines Trades zu ermitteln. Im Fall des EUR/GBP könnte man den Stop zum Beispiel 56 Pips vom Einstieg entfernt platzieren, während im Fall vom GBP/NZD der Stop 151 Pips vom Einstieg entfernt gesetzt werden könnte. Mit dieser Methode lässt sich die Stop-Positionierung für ein bestimmtes Währungspaar und dessen aktuelle Marktkonditionen "maßschneidern".
Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten einen Stop zu bestimmen. Durch die Einbeziehung der Average True Range passen Sie jedoch Ihren Stop an Marktgegebenheiten an. Dieser einfache zusätzliche Schritt könnte Ihre Chance auf einen erfolgreichen Trade verbessern.





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